Kick-off für „CERES“, das Centrum für Religionswissenschaftliche Studien
Research Department der Ruhr-Universität eröffnet
Fünf Forschungsverbünde vereint im „Relational Religion“
Mit dem „Centrum für Religionswissenschaftliche Studien“ (CERES) wird erstmals eine Initiative aus den Geistes- und Sozialwissenschaften zu einem Research Department der Ruhr-Universität Bochum. Die Research Departments sind wichtiger Bestandteil des Zukunftskonzepts „RUB Research Campus“, das vom Innovationsministerium des Landes NRW mit 20 Mio. Euro gefördert wird. Sie dienen dazu, fachübergreifende Themen zu untersuchen und entsprechende Forschungsschwerpunkte an der RUB zu bilden. Die Zielvereinbarungsdokumente für das neue Research Department wurden am Mittwoch, 9. Dezember, in einem Festakt vom Rektor der Universität, Prof. Dr. Elmar W. Weiler, und dem designierten Koordinator, dem Religionswissenschaftler Prof. Dr. Volkhard Krech, unterzeichnet.
Fächerübergreifende Forschung aus 20 Disziplinen
Mit dem Forschungsprogramm „Relational Religion. Complex Resonances and Figurations in and beyond the Religious Field“ bündelt das neue Research Department CERES fächerübergreifend Forschung aus 20 geistes- und sozialwissenschaftlichen Disziplinen in einem interdisziplinären Projekt, dessen kulturwissenschaftliche Relevanz weit über den Gegenstand hinaus geht. Religion wird dabei sowohl in ihrer Eigendynamik als auch in ihren Wechselwirkungen mit anderen gesellschaftlichen Bereichen wie Wissenschaft, Wirtschaft, Politik, Recht, Kunst, Gesundheit und Erziehung analysiert. Das Konzept „Relational Religion“ akzentuiert eine Sichtweise, der zufolge sich die Eigenschaften einzelner religiöser Komponenten stets in komplexer wechselseitiger Abhängigkeit voneinander und von anderen sozialen und kulturellen Sachverhalten der Gegenwart wie der Vergangenheit bestimmen. Um die Sektion „Emergenz des religiösen Feldes“ gruppieren sich die weiteren Abteilungen „Religion & Wissen“, „Religion & Erfahrung“, „Religion & materielle Grundlagen“ sowie „Religion & Handeln“.
Forschung und forschungsnahe Lehre
Im Research Departement CERES sind neben Einzelprojekten fünf an der RUB vertretene Forschungsverbünde vereint: Die beiden von der EU geförderten Projekte zu Fragen religiöser Pluralisierung, „What are the Impacts of Religious Diversity?“ und „Network for the Investigation of Religious Pluralism in Europe“, die vom Land NRW finanzierte Nachwuchsforschergruppe „Religion vernetzt. Zivilgesellschaftliche und wirtschaftliche Potentiale religiöser Vergemeinschaftung“, die DFG-Forschergruppe „Transformation der Religion in der Moderne“ sowie das Internationale Kolleg für Geisteswissenschaftliche Forschung „Dynamiken der Religionsgeschichte zwischen Asien und Europa“, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert wird. Das Kolleg, in dem zurzeit etwa 80 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus unterschiedlichen Disziplinen und Ländern kooperieren, beschäftigt sich mit der wechselseitigen Beeinflussung religiöser Traditionen während ihrer Formation und Expansion im euroasiatischen Raum. In methodischer Hinsicht verbindet es materiale und systematische Religionsforschung sowohl in synchroner als auch in diachroner Perspektive. Im Rahmen von CERES werden darüber hinaus weitere Forschungsvorhaben integriert. Neben seinen Forschungsaufgaben sorgt das Research Department CERES für eine forschungsnahe Lehre und – in Zusammenarbeit mit der Research School der Universität – für die Nachwuchsförderung.
CERES 1
Prof. Dr. Volkhard Krech und Prof. Dr. Elmar Weiler unterzeichnen die Zielvereinbarungsdokumente.
Prof. Dr. Volkhard Krech, Centrum für Religionswissenschaftliche Studien CERES, Ruhr-Universität Bochum, 44780 Bochum, Tel. 0234/32-22272 religionswissenschaft@rub.de