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Bochum, 21.12.2007
Nr. 395  
  
"R" wie Religion – "R" wie Ruhr-Universität
Banner aus dem "ABC der Menschheit" ist enthüllt
Würdigung der Leistung und Bedeutung der Religionswissenschaft
  

Zum Abschluss des Jahres der Geisteswissenschaften 2007 hat die Ruhr-Universität aus dem Programm „ABC der Menschheit“ das „R“ verliehen bekommen. Ein großes Banner wurde heute feierlich von Bundestagspräsident Dr. Norbert Lammert und Staatssekretär Thomas Rachel (BMBF) an der Südseite der Universitätsbibliothek enthüllt. Das „R“ steht für Religion und ihre Bedeutung für die Menschheit. Die Verleihung ist eine Anerkennung dafür, dass die RUB sich mit CERES, dem interdisziplinären Centrum für Religionswissenschaftliche Studien, bundesweit um dieses Thema besonders verdient macht. „Die CERES-Gruppe kann 2007 stolz auf die erfolgreiche Einwerbung eines der drei großen Internationalen Geisteswissenschaftlichen Zentren blicken, die im Jahr der Geisteswissenschaften vom Bundesministerium für Bildung und Wissenschaft wettbewerblich nach internationaler Begutachtung vergeben worden sind, und die Ruhr-Universität kann sich freuen über den Buchstaben „R“ aus dem ABC der Menschheit“, sagte RUB-Rektor Prof. Dr. Elmar Weiler. „Den Buchstaben ‚R wie Religion’ tragen wir mit Stolz und Dankbarkeit.“

Religionen jenseits von Klischees und politischer Verzweckung
Das Internationale Kolleg für Geisteswissenschaftliche Forschung zum Thema „Dynamiken der Religionsgeschichte zwischen Asien und Europa“, das das Bundesforschungsministerium mit rund 12 Mio. Euro über sechs Jahre fördert, hat sich vorgenommen, ein Verständnis für die wechselseitige Durchdringung der großen religiösen Traditionen im Wechselspiel von Adaption und Abgrenzung zu schaffen. „Jenseits klischeehafter Stereotypisierung und ideologischer Verzweckung richtet sich das Kolleg auf die Entstehung und Entwicklung der großen religiösen Traditionen in der und durch die Begegnung miteinander“, erklärte Prof. Dr. Volkhard Krech, Koordinator des Kollegs. Die Ausgangsthese bestehe darin, dass sich die großen religiösen Traditionen im wechselseitigen Kontakt miteinander konstituieren, etablieren und weiterentwickeln. Diese Perspektive schließt freilich den Konflikt zwischen Religionen nicht aus, lenkt den Blick aber anders, als das häufig in der gesellschaftlichen Öffentlichkeit und den Medien geschieht, auch auf historische und gegenwärtige Konstellationen wechselseitiger Verschränkung. „Hier gilt es sehr genau zwischen innerreligiösen Entwicklungen und der Inanspruchnahme religiöser Identität für politische Zwecke zu unterscheiden, und hier ist wissenschaftliche Aufklärung vonnöten“, unterstrich Prof. Krech.

Das „R“: I-Tüpfelchen auf der Öffentlichkeitswirkung
Mit den internationalen Kollegs für geisteswissenschaftliche Forschung will das Bundesministerium für Bildung und Forschung den notwendigen Freiraum für die Geisteswissenschaften schaffen, um nachhaltig geisteswissenschaftliche Spitzenforschung in Deutschland zu ermöglichen. „Zum Ausklang des Jahres der Geisteswissenschaften, das mit seiner Vielzahl öffentlichkeitswirksamer Veranstaltungen eine ungeahnte Mobilisierung der Geisteswissenschaften in Deutschland bewirkt hat, zeigen wir mit der Anbringung des Banners ‚R wie Religion’ nicht nur die Bedeutung geisteswissenschaftlicher Forschung für die Universität, sondern stellen insbesondere die Verbindung zwischen öffentlichkeitswirksamen Veranstaltungen und langfristiger Forschungsförderung her“, sagte Staatssekretär Thomas Rachel bei der Enthüllung.

„Kleine Fächer“ stehen nicht am Rande
Das Ruhrgebiet mit seinen zehn Millionen Einwohnern unterschiedlichster Religionszugehörigkeit auf engstem Raum bietet sich als Forschungsstandort für das Thema geradezu an. Die Ruhr-Universität bietet außerdem beste Voraussetzungen für die fachübergreifende Religionsforschung: Hier haben sich Wissenschaftler aus Gräzistik und Latinistik, Evangelische und Katholische Theologie, Islamwissenschaft, Sinologie, Koreanistik, Japanologie, Geschichtswissenschaft, systematische Religionswissenschaft und Philosophie im Centrum für Religionswissenschaftliche Studien – kurz: CERES – zusammengeschlossen. Das Centrum hat in den letzten zweieinhalb Jahren einen interdisziplinären Studiengang Religionswissenschaft konzipiert und an den Start gebracht, in den sich seit Beginn vor drei Semestern schon 320 Studierende eingeschrieben haben. Auch ist CERES an der universitätsweiten Graduiertenschule, der Ruhr University Research School, beteiligt, mit der sich die Bochumer Universität in der Exzellenzinitiative erfolgreich beworben hat. Hier kommen Doktoranden, die sich mit Themen der Religionsforschung beschäftigen, mit anderen Promovenden aus den Geisteswissenschaften, aber auch mit Nachwuchswissenschaftlern aus den Natur- und Lebenswissenschaften zusammen und können sich auf diese Weise wechselseitig inspirieren. „Das Beispiel der Religionswissenschaft an der Ruhr-Universität zeigt, dass den so genannten ‚kleinen Fächern’ keineswegs das Etikett der Randständigkeit anhaften muss“, betonte Rektor Weiler.

R - Enthüllung
Minister Prof. Andreas Pinkwart, Staatssekretär Thomas Rachel und Bundestagspräsident Dr. Norbert Lammert (v.l.) enthüllen das R. Im Vordergrund RUB-Rektor Prof. Elmar Weiler.
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R - Enthüllung 2
Freuen sich über das R: Elmar Weiler, Andreas Pinkwart, Thomas Rachel, Norbert Lammert, Volkhard Krech (v.l.).
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R - Enthüllung 3
Applaus fürs R: RUB-Rektor Weiler, Minister Pinkwart und Staatssekretär Rachel (v.l.).
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Weitere Informationen  
Prof. Dr. Volkhard Krech, Lehrstuhl für Religionswissenschaft der RUB, Tel. 0234/32-22272
religionswissenschaft@rub.de
 
Angeklickt  
CERES-Homepage:
http://www.religionsforschung.de
 
Pressestelle RUB - Universitätsstr. 150 - 44780 Bochum
Telefon: 0234/32-22830 - Fax: 0234/32-14136
E-Mail: pressestelle@presse.ruhr-uni-bochum.de - Leiter: Dr. Josef König
 
 
 
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Letzte Änderung: 21.12.2007 16:11 | Ansprechpartner/in: Inhalt & Technik